Geistliches

Vertrauen wie… eine Katze!

Mein Laptop ist aufgeklappt und ich schaue mir vom Bett aus den Abschlussgottesdienst vom Kirchentag an. Sandra Bils predigt darüber, dass Gott seine Gurkentruppe total liebt und diese Liebe von Christen weitergegeben werden sollte. Vielleicht in neuen Formen, wie einer beweglichen Würstchenbude: Glaube, Liebe, Currywurst. Kater Findus kommt angetappst und maunzt mir freundlich zu. Das Thema des Kirchentags ist: Werft euer Vertrauen nicht weg. Wie so oft kommt mir der „Ja, aber wie?“-Gedanke. Wie sieht es eigentlich aus, Gott zu vertrauen? 

Findus hat sich mittlerweile an meine Seite gekuschelt, auf den Rücken gerollt und streckt mir seinen Bauch entgegen. Klare Aufforderung: Kraul mich! Gedankenabwesend streichle ich ihm über den kleinen Körper. Kurz überkommt mich der Gedanke, wie cool es ist, dass dieser kleine Kerl mir so vertraut, obwohl er erst vor wenigen Wochen bei uns eingezogen ist. Und dann habe ich es: Ein Bild dafür, wie Vertrauen aussieht. Findus zeigt mir offen seine verletzlichste Stelle, den Verwundbarsten Punkt und überlässt ihn völlig meiner Fürsorge. Er entspannt sich so vollkommen, dass er schließlich einschläft. Er vertraut ganz darauf, dass ich ihm nichts Böses will, ihn nicht ausnutze, und nur Gutes für ihn tue. Er vertraut darauf, dass ich ihm weiterhin täglich sein Futter gebe und gerne zwischendurch mal streichle. So könnte ich doch Gott vertrauen. Ihm meine verwundbarsten Punkte offen zeigen im völligen Vertrauen darauf, dass er mir Gutes tun will. Völlig in seiner Gegenwart entspannen, weil er mich auch weiterhin mit allem versorgen wird, was ich brauche. Mir keine Sorgen machen, weil ich jetzt in diesem Moment einfach sein darf. 

Ein friedliches Bild steigt in meinem Kopf aus. Vertrauen und innerer Friede könnten einander bedingen…Der Gottesdienst neigt sich dem Ende zu und eine Pfarrerin spricht den Segen: „Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ Amen. Diesem Gott vertraue ich gerne.

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